Im Dialog mit Johannes Lenz von GREY
… über den derzeitigen Weg des Unternehmens ins Social Web
Als eine der führenden Werbeagenturen für integrierte Kommunikation in Deutschland bietet GREY umfassende Lösungen für Kunden, die sich ein langfristiges Engagement im Social Web vorstellen können.
Wir sprachen mit Johannes Lenz (@JohannesLenz), Digital Consultant Corporate Communications bei GREY Worldwide und überzeugter Social Web Enthusiast.

DFKOM: Auf wie vielen Social Media Plattformen ist Ihr Unternehmen denn schon vertreten und welche Social Media Strategie verfolgen Sie?
Lenz: Zunächst einmal vielen Dank für die Anfrage zu diesem Interview, die uns sehr gefreut hat. Wir planen einen sukzessiven Ausbau unserer Präsenz auf relevanten Social Media Kanälen. Ziel ist es, die Open Culture der Agentur durch persönliche und lebendige Insights für Kunden und Talente auch in dieser Form zu kommunizieren. Damit wird deutlich, dass unsere Social Media Strategie ganz klar auf Konversation und Transparenz ausgerichtet ist. Dies wird auch in den künftigen Social Media Guidelines deutlich. Wir werden wie schon in der Vergangenheit auf Augenhöhe kommunizieren. Das heißt, wir stellen uns den Menschen und suchen den direkten Dialog. Und ganz wichtig: Wir nehmen Anregungen oder Kritik ernst!
DFKOM: Wie viele Mitarbeiter in welchen Abteilungen werden Ihre Social Media Accounts betreuen?
Lenz: Die im Entstehen begriffenen Social Media Kanäle werden von der Digital Unit in Düsseldorf betreut. Dabei fungiere ich neben Andre Paetzel (@paetzel) als Ideen-Botschafter der Agentur in Deutschland rund um das Social Web. Was mich betrifft, so wurde ich für diesen Bereich der digitalen Unternehmenskommunikation im Juli eingestellt. Für alle ein klarer Beweis für den Stellenwert, den Social Media bei uns einnimmt.
DFKOM: Was tun Sie beide für die Online Reputation Ihrer Werbeagentur?
Lenz: Alleine die Tatsache, dass wir beide im Social Web verdrahtet sind, hilft ungemein. Gleich in meiner ersten Woche hatten wir einen Fall, bei dem es wichtig war, im Social Web zu reagieren. Das haben wir getan. Wir zeigen aktiv Flagge und das Social Web honoriert es. Im Hinblick auf unsere Online-Reputation ist noch ein weiterer Punkt entscheidend: Nur präsent zu sein, bringt keinen Mehrwert. Wir verstehen unter Präsenz den aktiven Dialog mit Kunden oder Talenten, die auf der Suche nach einem spannenden und verrückten Job sind. Das heißt, wir wollen auf andere zugehen und dadurch zeigen, was unser Unternehmen im Innersten zusammenhält. Früher war Corporate Communications meist geprägt durch das Pushen von Meldungen und Pressemitteilungen. Heutzutage werden Gespräche über die eigene Person oder das Unternehmen geführt. Wer daran nicht teilnimmt, nimmt sich selbst einen Wettbewerbsvorteil.
DFKOM: Was raten Sie Unternehmen, die wie GREY neu in Social Media einsteigen wollen und vor welchen Fehlern würden Sie sie warnen?
Lenz: Wichtig ist von Anfang an, dass man sich darüber im Klaren ist, was es bedeutet, sich als Unternehmen im Social Web zu präsentieren. Es ist der Abschied von der traditionellen Kommunikationsform – Stichwort „One Voice Policy“ und hin zur Transparenz. Und zugleich der Aufbruch in die aktive Kommunikation mit Konsumenten, Kunden, Fans, Talenten usw. Der Dialog auf Augenhöhe ist entscheidend für die Akzeptanz seitens des Social Webs. Begeht man einen Fehler, sollte man diesen wie auch im richtigen Leben nicht vertuschen, sondern zugeben. Dadurch gewinnt das eigene Unternehmen im Social Web an Glaubwürdigkeit. Es wird menschlicher.
DFKOM: Müssen Unternehmen wirklich Dialoge führen in Social Media? Darüber wird immer wieder diskutiert.
Lenz: Nicht zwingend. Der Twitter-Account von @Lufthansa_de ist Beweis genug. Aber zur Kommunikation gehören auch Persönlichkeiten und Gesichter, die sie moderieren. Einfach nur einen Twitter- oder Facebook-Account eröffnen und am besten die eigenen Stellenangebote aufspielen, wird über kurz oder lang nicht zum gewünschten Erfolg führen. Im Gegenteil: Weil der Dialog im Social Web auf Augenhöhe stattfindet, wird die Kritik ebenfalls deutlich formuliert. In der jüngsten Vergangenheit gab es ein paar Beispiele von Unternehmen, wie etwa Nestlé oder BP, die das entsprechende Fingerspitzengefühl im Umgang mit dem Social Web vermissen ließen. Wer von GREY liest, soll in Zukunft Köpfe und Gesichter vor Augen haben und nicht ein langweiliges Kontaktformular oder eine Info-Mailadresse. Social Media ist langfristig insbesondere dann erfolgreich, wenn integrierte Kommunikationskonzepte vorliegen, in denen Social Media eine wesentliche Rolle spielen. Ist dies der Fall, bieten wir gerne unsere Unterstützung an.
Herr Lenz, wir danken Ihnen für das Interview!
Nachtrag am 11.11.2010:
Die Social Media Guidelines von GREY sind gerade veröffentlicht worden und hier einsehbar! DFKOM sagt: Good Job!














